Masslosigkeit und Versagen in der Ajoie

Vorbemerkungen

Auf der Rückreise von Belfort nach Zürich boten sich uns auf der Strecke von Belfort über Delle nach Delémont verstörende Eindrücke. Das war am 13. August 2026 Anlass für eine Exkursion in die Ajoie.

Mehr über meine Beobachtungen vor Ort und ein kurzer Kommentar in diesem Bericht. Ein paar Bilder von einem Abstecher von Porrentruy nach Bonfol und von einem kurzen Rundgang durch den Bahnhof Delémont folgen in ein paar Tagen.

Erneuerung des Bahnhofs von Courtemaîche im Vergleich mit anderen Bahnhöfen im Kanton Jura

Belegung von Zügen am 13. August 2026

Das Datum meiner Exkursion fiel in die Zeit der Schulferien im Kanton Jura vom 11. Juli 2026 bis zum 16. August 2026. Die traditionellen Uhrmacherferien im Jura vom 21. Juli 2026 bis zum 8. August 2026 waren aber vorüber. Während diesen drei Wochen steht im Jura viel still. Die laufenden Schulferien mögen die fast leer verkehrenden Züge teilweise erklären.

Belegung von ausgesuchten Zügen am 13. August 2026 (Tabelle vom Verfasser).

Erneuerung des Bahnhofs von Courtemaîche

Der Bahnhof von Courtemaîche liegt abseits des Dorfes. Das Zentrum des langgezogenen Dorfes ist über einen Kilometer entfernt. Vom Bahnhof fährt stündlich ein Bus über das Dorfzentrum hinaus nach Montignez. Die Busfahrt nach Montignez dauert 12 Minuten. In Courtemaîche zweigt die höchst selten befahrene Stichstrecke zum Waffenplatz von Bure ab.

Lage des Bahnhofs Courtemaîche (Auszug im Massstab 1:10’00 aus der Landeskarte der Schweiz).
Blick vom 300 Meter langen Aussenbahnsteig auf den Bahnhof von Courtemaîche (alle Bilder in diesem Beitrag stammen vom Verfasser).
Ein weiteres Bild etwa von der Mitte des Aussenperrons.
Blick auf die repräsentative Überführung. Sie ist überdacht, und die Seitenwände werden zum Schutz der hölzernen Konstruktion wahrscheinlich verglast. Konstruktionsdetails, von denen man beispielsweise in Bellinzona, Rotkreuz und Thalwil nur träumen kann.
Blick vom Bahnhof von Courtemaîche auf das langgezogene Strassendorf.
Achtlos vor dem Bahnhof von Courtemaîche auf dem Boden liegender Wegweiser der Wanderwege.
Bushaltestelle vor dem Bahnhof von Courtemaîche.
Busfahrplan.
Bus vor dem Bahnhof von Courtemaîche. Von Fahrgästen keine Spur.
Beschreibung des Umbauprojekts für den Bahnhof von Courtemaîche – kostet immerhin rund dreizehn Millionen. Und die überfällige Beseitigung der Einspurlücke bei Rorschach Stadt für knapp CHF 36 Mio. wurde vom BAV gestrichen!

Die Erneuerung des wenig frequentierten Bahnhofs von Courtemaîche erfolgt – wie die obigen Bilder belegen – mit einem unerhörten Aufwand. Dabei belegen Besuche von anderen Bahnhöfen im Kanton Jura, dass es weitaus kundenfreundlichere und viel günstigere Lösungen gibt, wie die folgenden Bilder zeigen.

Bilder von anderen Bahnhöfen im Jura

Bei mehreren Bahnhöfen im Kanton Jura wurden effiziente und kundenfreundliche Zugänge zu den Bahnsteigen eingerichtet. In der Regel werden die Übergänge bei Kreuzungsstationen mit Barrieren gesichert – so in Courgenay und in Glovelier. In Bahnhöfen mit Ausweichgeleisen, die nur ausnahmsweise benützt werden, sind keine Barrieren vorhanden. Das ist in Courfaivre der Fall.

Dazu ein paar Bilder.

Courgenay

Blick auf den Bahnübergang des Bahnhofs von Courgenay.
Blick vom Bahnsteig auf den Zugang.
Blick auf den Bahnsteig und den Zugang dazu.
Blick auf den mit Barrieren geschützten Zugang zum Bahnsteig.

Courfaivre

Blick vom Bahnsteig auf den Zugang und das Bahnhofgebäude von Courfaivre.
Blick vom Bahnsteig auf den Zugang. Man beachte das Absperrgeländer vor dem Zugang.
Blick vom Bahnhofgebäude von Courfaîvre auf den Zugang zum Bahnsteig.

Nutzung der Strecke von Belfort über Delle nach Porrentruy (und weiter ins schweizerische Mittelland)

Heute verkehren zwischen Delle und Porrentruy von frühmorgens bis um 21.00 Uhr in jeder Richtung pro Stunde zwei Züge. Ab 21.00 Uhr bis um Mitternacht besteht nur noch Stundentakt.

Karte der Strecke von Delle nach Porrentruy (Auszug im Massstab 1:50’000 aus der Landeskarte der Schweiz).

Seit wenigen Jahren verkehren zwischen Belfort und Delle an Werktagen zwischen 05.45 Uhr und 20.45 Uhr dieselbetriebene Regionalzüge der SNCF stündlich – an Sonntagen zwischen 06.45 Uhr und 19.45 Uhr. Gemäss der Fahrplananzeige der SBB kostet eine 31 Minuten dauernde Fahrt CHF 5.80. In Delle bestehen schlanke Anschlüsse an die Regionalzüge der SBB für die Weiterfahrt nach Porrentruy.

Ich vermute, dass dieser für eine französische Nebenstrecke unüblich dichte Fahrplan auf Drängen der Schweiz eingeführt wurde. Auf unserer Fahrt am 30. Juli 2026 mit Abfahrt in Belfort um 14.45 Uhr befanden sich fünf Fahrgäste im Zug.

Bemerkenswert ist, dass die früher bis nach Meroux TGV durchfahrenden Züge aus der Schweiz heute in Delle enden und dass in Frankreich trotz der funktionstüchtigen Fahrleitung langsam fahrende Dieseltriebwagen für die Weiterfahrt nach Belfort eingesetzt werden. Zudem ist die Bahnfahrt nicht in den dichten Verkehrsverbund Optymo eingeschlossen.

Die Fahrt mit dem Bus von Delle nach Belfort mit Umsteigen im Meroux TGV dauert eine Stunde und kostet etwa CHF 3.-. Während den Schulzeiten gibt es mit dem Bus 62 einige schnelle Direktverbindungen mit einer Fahrzeit von 40 Minuten.

Kommentar

Die aktuellen Betriebskonzepte für den Regionalverkehr von Porrentruy nach Delle bzw. von Personenverkehr von Delémont nach Belfort weisen meines Erachtens gravierende Defizite auf.

Regionalverkehr Porrentruy – Delle (und Porrentruy – Bonfol)

Die Verkehrserschliessung der langgezogenen Strassendörfer mit der Eisenbahn ist unsinnig und sollte mit Bussen erfolgen. Zu prüfen wäre die Weiterführung der Busse der Linie 24 von Optymo (www.optymo.fr) von Delle über Boncourt nach Porrentruy. Die französischen Busse fahren heute ab Meroux TGV stündlich nach Delle. Zu hinterfragen wäre zudem der Halbstundentakt auf der Strecke zwischen Boncourt nach Porrentruy bzw. dessen Beschränkung auf die Hauptverkehrszeiten und ausserhalb der Schulferien.

Allfälligen Kritikern dieses Vorschlages sei entgegnet, dass der Regionalverkehr auf der Schiene zwischen Porrentruy nach Moutier schon vor vielen Jahren auf die Strasse verlegt wurde und stattliche Bahnhöfe wie Courrendlin, Choindez und Roches für den Personenverkehr geschlossen wurden.

Zusätzlich empfiehlt sich auch die Umstellung des Eisenbahnverkehrs zwischen Porrentruy und Bonfol auf die Strasse trotz der kürzlich mit einem enormen Aufwand erneuerten Strecke und von ihren Bahnhöfen. Die heutige Buslinie Nr. 36 von Optymo nach dem französischen Réchésy könnte über Bonfol nach Porrentruy verlängert werden und wie zwischen Boncourt und Delémont eine nützliche grenzüberschreitende Verbindung bilden. Zum Vergleich – die heutige innerschweizerische Busverbindung von Porrentruy über Cornol nach Charmoille hat sich gut bewährt.

Fernverkehr Biel – Delémont – Porrentruy – Meroux TGV – Belfort

Mit vielen engagierten Bahnfreunden habe ich die Wiederherstellung der Strecke zwischen Belfort und Delle intensiv verfolgt und mich über die Aufnahme des Eisenbahnverkehrs zwischen Frankreich und der Schweiz gefreut. Aber die Freude war bald verflogen und ist Frustration und Ärger gewichen. Wie konnte ein derart ambitioniertes Projekt ohne ein solides und abgestimmtes Betriebskonzept realisiert werden? Das wirft ein denkbar schlechtes Licht auf die zuständigen Politiker.

Was mag zu diesem Desaster geführt haben? Ein möglicher Grund könnte darin bestehen, dass sich die Reise nach Paris mit schnellen Regionalexpresszügen von Biel über Delle nach Meroux TGV und von hier mit TGV auf knapp vier Stunden verkürzen würde. Bereits heute führen die schnellsten und günstigsten Verbindungen zwischen Biel und Paris über diese Relation – trotz zweimaligem Umsteigen und langsamen Regionalzügen zwischen Delémont, Delle und Meroux TGV. „Honi soit qui mal y pense“ – aber wollte man so den Markt von TGV Lyria schützen?

Kritische Anmerkungen zum höchst unterschiedlichen Ausbaustandard der Bahnhöfe in der Metropolitanregion Zürich und in Randregionen folgen demnächst in der eingangs erwähnten Reportage.

Wo Berge verschoben werden – Baustellenlogistik für die 2. Röhre des Gotthardstrassentunnels

Vorbemerkungen

Eine weitere gehaltvolle Exkursion der Bahnjournalisten Schweiz unter der Leitung von Kurt Metz führte am 27. Juli 2026 in die Gotthardregion. Unter dem Titel „Wie die Güterbahn die zweite Röhre ermöglicht“ wurden verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dem Bau der zweiten Röhre des Strassentunnels durch den Gotthard präsentiert.

Mehr über die wie immer spannende Exkursion und ein kurzer Kommentar in diesem Bericht.

Baustellenlogistik

 Logistische Herausforderungen

Paolo Spinedi, dipl. Bauingenieur ETHZ, erläuterte in der Infoausstellung in Airolo die immensen Herausforderungen der Baustellenlogistik. Insgesamt fallen durch den Ausbruch des Tunnels 7.4 Millionen Tonnen Material an. Diese entsprechen etwa 4 Mio. m3 Lockergestein bzw. einem Würfel von rund 160 Metern Kantenlänge.

Ausbruchmaterial und Handhabung in Zahlen (Auszug aus der Präsentation von Paolo Spinedi).

Besondere Herausforderungen ergeben sich durch den gelegentlich unregelmässigen Anfall des Ausbruchmaterials und die beschränkten Möglichkeiten für die Zwischenlagerung. Auch müssen die Fördermittel wie Förderbänder und Eisenbahntransporte jederzeit funktionieren.

Der Wiederverwertungsgrad des ausgebrochenen Materials ist mit rund 97 Prozent erfreulich hoch. Fast ein Viertel davon wird für die Herstellung von Beton genutzt. Drei Viertel des Materials werden für Aufschüttungen in Airolo oder im Urnersee verwendet. Nur drei Prozent des ausgebrochenen Materials landet in Deponien.

Baustellenlogistik in Zahlen (Auszug aus der Präsentation von Paolo Spinedi).

Aber auch in der Gegenrichtung besteht reger Güterverkehr, indem Zuschlagsstoffe für die Herstellung von Beton wie Zement, Sand und Kies sowie Armierungseisen nach Göschenen und Airolo befördert werden.

Bahntransport

In der Anfangsphase betrieb SBB Cargo AG den Güterverkehr auf der Schiene. Das in unregelmässigen Mengen anfallende Ausbruchmaterial stellte die Bahnlogistik vor grosse Herausforderungen. Eine der beiden Tunnelbohrmaschinen fiel bekanntlich während Monaten aus.

Das Bundesamt für Strassen Astra sah sich deshalb gezwungen, das Mandat für die Bahnlogistik neu auszuschreiben. SBB Cargo AG sah von einem neuen Angebot ab. Den Zuschlag für die Baustellenlogistik erhielt eine Arbeitsgemeinschaft von MEV und TR Trans Rail sowie die BLS für den Transport des Zements mit zwei bis drei Ganzzügen pro Woche von Untervaz nach Göschenen und Airolo.

Daniel de Jong, Geschäftsführer von TR Trans Rail und Tommaso Benedetto, Direktor von MEV, präsentieren die Organisation und die Aufgaben ihrer Arge. Der schwankende Anfall der Transportmengen erfordert einerseits, dass die Transportkapazität für die maximale Gütermenge bereitsteht – andererseits aber auch viel Flexibilität beim Personaleinsatz. Das Geschäftsmodell von MEV für den flexiblen Personaleinsatz prädestiniert, und TR Trans Rail hat unter anderem bei der Zuckerrübenkampagne seine Fähigkeit als Eisenbahnverkehrsunternehmen unter Beweis gestellt.

Leistungsanforderungen des Astra (Auszug aus der Präsentation von Daniel de Jong und Tommaso Benedetto).

Von Airolo und Göschenen nach Flüelen sind zusammen täglich acht Umläufe möglich. Zwischen Airolo und Göschenen können pro Tag fünf Transporte durchgeführt werden. Zusätzlich können für Zuschlagsstoffe für Beton wöchentlich maximal 14 Züge zwischen Airolo und Göschenen gefahren werden.

Umlaufkonzept der Züge (Auszug aus der Präsentation von Daniel de Jong und Tommaso Benedetto).
Zugsangebot (Auszug aus der Präsentation von Daniel de Jong und Tommaso Benedetto).

Für die Einhaltung der hohen Qualitätsansprüche des BAV an die Bahnlogistik wurde ein effizientes Unterhaltskonzept eingeführt. Bei grösseren Reparaturen steht eine Ersatzlokomotive bereit. Der Verschleiss sämtlicher Ressourcen ist beträchtlich.

Die klimatischen Bedingungen einerseits und das unregelmässig anfallende Ausbruchmaterial sind herausfordernd. Die Kapazität der Pufferspeicher ist begrenzt. Diesen Herausforderungen kann nur mit einer engen Kooperation aller Beteiligter und einer hohen Flexibilität begegnet werden. Die bisherigen positiven Erfahrungen stimmen zuversichtlich für den weiteren Verlauf der Kooperation. 

Erfahrungen in Göschenen mit dem Astra als Bauherrin

Kilian Elsasser lebt seit vielen Jahren in Göschenen und hat das Projekt von Beginn weg intensiv verfolgt. Im Gegensatz zu Airolo, wo die Aufschüttungen das Ortsbild aufwerten, hat Göschenen nach der Eröffnung des Tunnels und dem Abbau der Bauplatzinstallationen keinen Nutzen. Nachdem das letzte Restaurant in Göschenen kürzlich geschlossen hat, strebt die Gemeinde eine Revitalisierung an. Leider wurde die Erneuerung des Bahnhofs Göschenen ins kommende Jahrzehnt verschoben.

Die ersten Kontakte der Gemeinde mit den Mitarbeitenden des Bundesamtes für Strassenverkehr (Astra) als Bauherrin im wahren Sinn des Wortes waren wenig erbaulich. Die anfänglich verhärteten Fronten haben sich etwas entspannt. Das Interesse der nationalen Behörden am Bau der Neat war bedeutend höher als bei der zweiten Röhre des Strassentunnels. Die Öffentlichkeitsarbeit des Astra wird als unzureichend erachtet.

Verladeinfrastruktur und Fabrikation Betonelemente

Nach der Mittagspause in der Kantine der Baustelle präsentieren Charly Simmen und Beat Indergand die Verladeinfrastruktur und die Anlagen für die Herstellung der Betonelemente für den Tunnel. Im Gegensatz zu Airolo erstrecken sich die Silos und die Verladeanlage über eine Länge von 250 Metern. Dadurch ist ein rascher und umweltfreundlicher Umschlag möglich. Die Silos fassen rund 20’000 Tonnen Ausbruchmaterial. Wenn die Tunnelbohrmaschine an Spitzentagen bis zu 36 Laufmetern Tunnel ausbricht, fallen über 5’000 Tonnen Ausbruchmaterial an. Das entspricht der Ladung von fünf bis sieben Güterzügen.

Siloanlage in Göschenen mit einer Kapazität von 20’000 Tonnen für die Zwischenlagerung des ausgebrochenen Materials (Dieses und alle weiteren Fotos in diesem Bericht stammen vom Verfasser).

Die Betonelemente werden in den ehemaligen und etwas erweiterten Munitionskavernen östlich des Bahnhofs Göschenen hergestellt. Gefertigt werden Tübbinge für die Innenschale des Tunnels und Schachtelemente für die Aufnahme der Werkleitungen und einer Höchstspannungsleitung über der Tunnelsohle. Der Automatisierungsgrad der Fertigung und die maximale Ausnutzung der engen Platzverhältnisse sind beeindruckend. Die Arbeit der Bauarbeiter unter Tag ist anstrengend und verdient Anerkennung.

Tunnelausstattung mit den vorgefertigten Betonelementen.
Industriell vorfabrizierte Armierungskörbe für Tübbinge.
Transport eines Armierungskorbes zum Schalungswagen.
Schalung aus Stahl.
Frisch betonierter Tübbing. Das Einbringen des Betons und dessen Bearbeitung erfolgen automatisch.
Optischer Eindruck aus den engen Stollen.
Die Tübbinge müssen nach dem Aushärten des Betons zwei Monate gelagert werden. Jeder Tübbing wird einzeln registriert. Es gibt über ein Dutzend verschiedene Typen von Tübbingen. Für einen „Ring“ (Umfang der Tunnelröhre) werden sechs Tübbinge benötigt.

Deponie Ausbruchmaterial

Airolo

Mit etwa 1.9 Mio. Tonnen bleibt etwa ein Viertel des Ausbruchmaterials in Airolo und wird hier in der Umgebung des Südportals des Strassentunnels für die Überdeckung der Autobahn und eine Korrektur des Geländes verwendet. Damit erfährt die Gemeinde eine Aufwertung und kann die neuen Flächen nutzen.

Seeschüttung Flüelen

Nach einem kurzen Rundgang durch das Besucherzentrum für den Bau der zweiten Röhre des Gotthardtunnels im Bahnhof Göschenen und der Bahnfahrt nach Flüelen präsentiert Roland Senn, Projektleiter, die Verwendung des Ausbruchsmaterials von der zweiten Röhre des Gotthardstrassentunnels und des Strassentunnels durch den Axen. Mit 3.5 Mio. Tonnen aus dem Gotthard sowie 1.4 Mio. Tonnen Ausbruchmaterial werden die Seeufer am Südende des Urnersees wieder in den Zustand vor über 100 Jahren gebracht. Im Gegensatz zur Ablagerung des Ausbruchsmaterials aus den Tunnels der Neat werden keine zusätzlichen Inseln im See aufgeschüttet.

Umschlag und Absenkung des Ausbruchmaterials im Urnersee

Am Ende der hoch interessanten Studienreise präsentiert Matthias Steinegger, Geschäftsführer der Firma Arnold & Co. die Infrastruktur und die Prozesse für den Umschlag des Ausbruchmaterials von der Bahn über Zwischenlager zu den Nauen und das Absenken des Materials in den See. Leider konnte der Verfasser nicht an der Führung teilnehmen.

Für weitere Informationen verweise ich auf den Bericht einer früheren Studienreise der Bahnjournalisten. Hier der Link zum Bericht:

Schotter, Kies und Sand – eine spannende Entdeckungsreise in den Kanton Uri | fokus-oev-schweiz

Ergänzung

Im Rahmen der Studienreise erfuhren wir, dass in der Sohle der zweiten Röhre des Strassentunnels eine Hochspannungsleitung verlegt wird. Damit wird die über den Gotthardpass führende 220-Kilovolt Freileitung ersetzt, und die Viele störende Freileitung kann abgebaut werden.

Informationen über das Projekt von Swissgrid (Auszug aus einem Prospekt von Swissgrid).

Kommentar

Am Ende eines spannenden Tages gebührt dem Organisator, Kurt Metz, und den mitwirkenden Firmen ein grosses Dankeschön für ihre Bemühungen.

Ein Wermutstropfen aber bleibt. Wie kommt es, dass SBB Cargo das Feld einer engagierten Arbeitsgemeinschaft überlassen hat? Dies, nachdem die Gotthardachse so etwas wie die Paradestrecke und der Stolz der Schweizerischen Bundesbahn war und SBB Cargo bereits den Auftrag für die Zuckerrübenkampagne verloren hat! Kein gutes Omen für die Zukunft dieses Geschäftsbereiches der SBB AG.

Beim Einfahren in diese Tunnels schlugen die Eisenbahnerherzen höher!