Sofia Central Station – zwiespältige Einrücke!

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Während unserem Aufenthalt in Bulgariens Hauptstadt Sofia besichtigten wir auch den Hauptbahnhof von Sofia. Widersprüchliche und teilweise bedrückende Eindrücke und Bilder. Ein konzeptionell überzeugender und weitläufiger Bahnhof! Von der Struktur her am ehesten vergleichbar mit dem Bahnhof von Lausanne, aber massiv unternutzt, und seit vielen Jahren nie richtig fertiggestellt und öde. Noch schlechter als der Bahnhof präsentieren sich das Vorgelände und der Anschluss an das städtische Tramnetz.

Mehr über den als «Sofia Central Station» beschrifteten Bahnhof, unseren Abstecher zur benachbarten Busstation und ein paar Gedanken über das Umfeld in diesem Bericht.

Sofia Central Station im Überblick

Infrastruktur

Gemäss einer Orientierungstafel wurde der Bahnhof mit massiver Unterstützung der EU zwischen 2007 und 2013 gebaut.

Fassade der Central Station von Sofia.
Bahnhofgebäude von der Gleisseite.
Informationstafel über die Entstehungsgeschichte des Bahnhofs.

Der Bahnhof verfügt über zwölf Perronkanten. Bei einem Drittel davon fehlen Geleise. Auf einem weiteren Drittel rosten unbenutzte Geleise vor sich hin. Wohl nur an einem Drittel der Perronkanten halten Züge. Das führt aber bei drei bis vier Zugankünften oder -abfahrten pro Stunde kaum zu Engpässen.

Blick vom Hausperron.
Blick von einem Bahnsteig.
Blick auf die Bahnsteige.

Eine weitläufige und repräsentative Unterführung verbindet neben einer zweiten Querverbindung das Bahnhofgebäude mit den Bahnsteigen. Aus der Unterführung führen grosszügige Treppenaufgänge, Rolltreppen und Lifte in das Bahnhofgebäude und auf die Bahnsteige. Sowohl im Bahnhofgebäude als auch in der Unterführung hat es zahlreiche und zum grössten Teil leerstehende Ladenlokale.

Blick in die grosszügige und repräsentative Unterführung.
Blick auf einen Aufgang mit laufender Rolltreppe – obschon die nächste Zugsabfahrt erst in vier Stunden angesagt war. Im Rücken des Betrachters befindet sich ein grosszügig dimensionierter Personenlift.
Abgesperrter Aufgang auf einen der beiden Bahnsteige ohne Geleise.
Warteraum mit besetztem Sanitätsraum im Untergeschoss.
Eines der zahlreichen leerstehenden Ladenlokale.

Die Halle des Bahnhofs überrascht durch ihre Dimensionen und zwei eindrückliche riesige Plastiken. Fahrgäste oder Besucher wirken verloren in der Weite der Anlage. Der umbaute Raum ist wahrscheinlich grösser als beispielsweise derjenige des Bahnhofgebäudes von Lausanne.

Blick vom kaum begangenen Obergeschoss auf eine imposante Plastik.
Blick vom Obergeschoss auf die ebenso imposante Plastik über dem Haupteingang.

In einem Flügel des Bahnhofs befindet sich eine gut besuchte Filiale eines deutschen Detailhandelskonzerns. Damit weist immerhin ein Teil des Bahnhofs eine gewisse Besucherfrequenz auf.

Filiale von Billa im Südflügel des Bahnhofs.

Auf unserem Rundgang gewann ich den Eindruck, dass die handwerkliche Qualität der Ausführung und die Materialien des Bahnhofgebäudes, der Unterführung und der Bahnsteige gut sind und durchwegs mitteleuropäischen Normen entsprechen. Das trifft jedoch für die städtischen Bauten auf dem Vorplatz, die Verbindung zur Tramhaltestelle und für diese selbst bei weitem nicht zu. Vor allem die grosszügig angelegten Publikumsanlagen auf dem Vorgelände sind mit Abfall übersät und zerfallen.

Repräsentative Sitzbank auf dem Hausperron.
Aufenthaltszone unmittelbar vor dem Haupteingang.
Verbindungsweg zwischen dem Bahnhof und der Tramhaltestelle.
Blick auf die Tramhaltestelle.

Rollmaterial und Angebot

Während unseren Besichtigungen sahen wir nur wenige Züge. Die Wagen sahen wenig einladend aus. Sie luden kaum zum Einsteigen ein. Zum Zeitpunkt der Besichtigung des Bahnhofes an einem Werktag waren auf den Monitoren zwischen 11.35 Uhr und 13.15 Uhr lediglich acht Fern- oder Regionalzüge angezeigt.

Gegen Mittag wurde ein einzelner Wagen mit einem Gepäckabteil auf dem Gleis 1 platziert. Etwas später wurde eine Lokomotive vorgespannt. Relativ kurz vor der Abfahrt nahmen schätzungsweise dreissig überwiegend ältere Fahrgäste in diesem Wagen Platz.

Bildschirm mit den Zugabfahrten während zwei Stunden.
Auf Gleis 1 wartender Regionalzug mit einem einzigen Wagen und noch ohne Lokomotive.
Regionalzug mit vorgespannter Lokomotive.
Auf Gleis 12 wartender Regionalzug.

Einen Tag früher konnte ich einen Zug nach Plovdiv bei der Abfahrt beobachten. Die Bilder der vier Wagen sprechen für sich. Überraschenderweise wurde dieser Zug von einer relativ neuen Vectron-Lokomotive von Siemens gezogen. Die EU hat bezahlt und Siemens hat geliefert.

Aus vier Wagen bestehender Fernzug nach Plovdiv.
Abfahrbereiter Fernzug nach Plovdiv mit vorgespannter Lokomotive.

Busstationen im Zentrum von Sofia

Auf dem Weg vom Bahnhof ins Stadtzentrum besichtigten wir die etwa zwanzigjährige zentrale Busstation. Was für ein Gegensatz zur Sofia Central Station. Aber auch hier ist das Angebot an nationalen und internationalen Fernbussen beschränkt. Dafür ist die Busstation belebt und wirkt modern und grosszügig. Fahrgästen und Besuchern stehen zwei Gaststätten und eine grosse Terrasse zur Verfügung.

Fassade des zwanzigjährigen grossen Busbahnhofs.
Ein- und Aussteigezone des grossen Busbahnhofs. Man kann trockenen Fusses ein- und aussteigen.
Blick in die Wartehalle des grossen Busbahnhofs.
Blick von der mit zwei Gaststätten bestückten Wartezone im Obergeschoss des grossen Busbahnhofs auf den belebten Innenraum.

Zwischen der zentralen Busstation und der Sofia Central Station befindet sich eine zweite, aber bedeutend kleinere Busstation. Unmittelbar daneben hat es ein Schnellrestaurant und Toilettenanlagen.

Blick auf den kleinen Busbahnhof. Auch dieser verfügt über eine bescheidenere Infrastruktur für Fahrgäste.

Anbindung an das städtische Verkehrsnetz

Sowohl die Central Station als auch die Busstationen sind mit der Strassenbahn und der Metro verbunden. Die Anbindung des Bahnhofs an die Strassenbahn entspricht in etwa dem Anschluss von Zürich HB an die gleichnamige Haltestelle des Zürcher Tramnetzes. Aber leider nur konzeptionell! Die Haltestelle wird von drei ins Stadtzentrum führenden Tramlinien erschlossen.

Entwicklung und Lage der Bulgarischen Staatsbahn BDZ

Rückblick

Streckennetz der bulgarischen Staatsbahn. Ein paar Strecken werden kaum mehr befahren.

Das düsterte Bild der Sofia Central Station zeigt sich auch beim Geschäftsgang der bulgarischen Staatsbahn BDZ. Das Unternehmen musste nach der Westöffnung im Jahr 1989 sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr dramatische Rückgänge hinnehmen.

Die folgende Tabelle und die daraus abgeleiteten Schaubilder wurden Wikipedia entnommen und konnten von uns nicht verifiziert werden. Wir können dafür keine Gewähr übernehmen. Die Zahlenreihen sind lückenhaft, und die Daten für einzelne Jahre (in der Tabelle grau unterlegt) wurden linear interpoliert.

Verkehrsentwicklung von BDZ zwischen 1990 und 2022.

Personenverkehr

Die Zahl der beförderten Fahrgäste ist von 1990 bis 2022 von rund 102 Millionen Fahrgästen auf 23 Millionen gesunken. Die mittlere Reisedistanz ist zwischen 1990 und 2021 von 76 Kilometern auf 93 Kilometer gestiegen, um sich 2022 drastisch auf 53 Kilometer zurückzubilden. Der Grund für diesen Rückgang konnte nicht ermittelt werden.

Entwicklung der Fahrgastzahlen zwischen 1990 und 2022.
Entwicklung der mittleren Reiseweite pro Fahrt zwischen 1990 und 2022.

Güterverkehr

Der Rückgang des Güterverkehrs der BDZ zwischen 1990 und 2022 liegt bei den beförderten Tonnen bei rund 89 Prozent. Da die mittlere Weite pro Tonne von 223 Kilometern auf 302 Kilometern gestiegen ist, ist der Rückgang der Anzahl Tonnenkilometer mit knapp 15 Prozent der Menge von 1990 tiefer. Da die privaten Anbieter Marktanteile gewonnen haben, mag der Rückgang des Schienengüterverkehrs gesamthaft etwas geringer sein. Möglicherweise ist die Zunahme der Transportdistanz auf den Transit aus den griechischen Häfen nach Norden zurückzuführen.

Entwicklung der Tonnage zwischen 1990 und 2022.
Entwicklung der Transportdistanz pro Tonne zwischen 1990 und 2022.

Im Schienengüterverkehr wurden vor über zwanzig Jahren private Anbieter zugelassen. Die wenigen vorliegenden Zahlen lassen vermuten, dass die Konkurrenten von BDZ beträchtliche Marktanteile gewinnen konnten.

Marktanteile im Schienengüterverkehr zwischen 2005 und 2012.

Die bulgarische Regierung möchte den Markt nun auch für den regionalen Personenverkehr öffnen. Mehr dazu im folgenden Abschnitt.

Ausschreibung des regionalen Personenverkehrs

Im Amtsblatt der Europäischen Union hat die bulgarische Regierung im August 2025 drei Lose für den regionalen Personenverkehr ausgeschrieben. Offerten für die Vertragsdauer von 2026 bis 2036 müssen bis Ende 2025 eingereicht werden.

Konstantin Planinski äussert sich in der Ausgabe Nr. 365 von Today’s Railways Europa skeptisch zum bevorstehenden Prozess, wie der mit Google übersetzte Auszug aus seinem Kommentar belegt:

Die Reformen markieren einen Wandel vom Monopol zum leistungsorientierten Wettbewerb und öffnen den Markt für in- und ausländische Anbieter. Angesichts der anhaltenden Probleme Bulgariens mit der Transparenz des öffentlichen Beschaffungswesens ist die öffentliche Besorgnis über politische Einflussnahme bei der Auftragsvergabe jedoch weiterhin groß. Zwar führt Bulgarien im Rahmen des Konjunkturprogramms ehrgeizige Reformen im Bahnsektor durch, doch die Intransparenz wichtiger Ausschreibungen lässt weiterhin Zweifel aufkommen, ob der Prozess transparent bleibt oder ob er lediglich Unternehmen mit politischen Verbindungen zugutekommt.

Kommentar

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Befürchtungen von Konstantin Planinski nicht bewahrheiten.

Bulgarien hatte bisher eine in Europa einzigartig tiefe Staatsverschuldung. Sie lag gemäss von «The Inflight Magazine», der sehr informativen Kundenzeitschrift von Bulgarien Air, Ende März 2025 bei 23.9 Prozent des Bruttosozialprodukts. Dank dem bevorstehenden Eintritt von Bulgarien in den Euro-Raum hat sich die Kapitalmarktfähigkeit von Bulgarian sprunghaft verbessert. Im Zuge dieser Entwicklung hat sich Bulgarien im laufenden Jahr um weitere EUR 7 Milliarden verschuldet, entsprechend einem Anteil am BSP von rund sieben Prozent. Die enorme Summe soll gemäss dem Autor der Studie wie folgt verwendet werden: «The main part of the 7 billion is to plug the huge holes in the state energy sector and to increase salaries and other expenses in the state administration.” Kein Cent für die Schiene?

Schlusspunkt

Wir möchten den eher kritischen Bericht mit einem Lichtblick abschliessen. Sofia verfügt seit einigen Jahren über eine gepflegte und rege benutzte U-Bahn. Das aus vier Linien bestehende Netz hält dem Vergleich mit westeuropäischen U-Bahnen absolut stand. Bezahlt werden die einzelnen Fahrten per Kreditkarte. Die erste und zweite Fahrt kosten je BGN 1.60, die dritte nur noch BGN -.80 (ein Lev entspricht CHF -.47). Weitere Fahrten am gleichen Tag sind gratis.

Nachstehend ein paar Bilder von der Endstation der kürzlich eröffneten vierten U-Bahn Linie zum Flughafen.

Streckennetz der Metro von Sofia (Quelle: Wikipedia).
Kopf der Endstation der kürzlich eröffneten U-Bahn-Linie zum Flughafen.
Eingang zur U-Bahnstation beim Flughafen.
Bahnsteig der U-Bahnstation beim Flughafen.
Statue in der Wartezone der U-Bahnstation beim Flughafen.

Und ganz zum Schluss noch ein kurzes Video aus dem Stadtzentrum von Sofia, das vor allem die Leserinnen und Leser aus Basel erfreuen dürfte.

 

Quellenhinweis

Die Bilder stammen vom Verfasser und wurden im September 2025 aufgenommen. Die Daten über die Verkehrsentwicklung von BDZ wurden dem Internet entnommen und vom Verfasser weiter bearbeitet. Ebenso wurde die Netzkarte der Metro von Sofia aus einem entsprechenden Beitrag im Internet kopiert. Dafür bedanken wir uns bestens. Weitere Quellen sind im Beitrag aufgeführt.

Die Rhodopenbahn – eine Reise in die Vergangenheit

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Auf einer Wanderreise durch den südwestlichen Teil von Bulgarien bot sich die willkommene Gelegenheit zu einem Abstecher zur legendären Rhodopenbahn – verbunden mit einer kurzen Fahrt und mit der Besichtigung von zwei Bahnhöfen.

Gerne berichten wir in diesem Beitrag über unsere Eindrücke und Erfahrungen. Einen weiteren Beitrag werden wir demnächst dem Hauptbahnhof von Sofia widmen und darin eine Einschätzung der bulgarischen Staatsbahn vornehmen.

 Überblick über die Rhodopenbahn

 Lage und Streckenführung

Die Rhodopenbahn durchquert das namengebende ausgedehnte Rhodopengebirge von Septemvri nach Dobrinischte im Südwesten Bulgariens. Die Streckenlänge dieser veritablen Gebirgsbahn beträgt 125 Kilometer. Dabei überwindet die Bahn einen Höhenunterschied von knapp 1’000 Metern. Die Spurbreite beträgt 760 Millimeter. Die maximale Steigung liegt bei 30 Promille und der minimale Kurvenradius bei 60 Metern. Dabei erreichen die mit Diesellokomotiven geführten Züge eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h.

Karte Bulgarien mit den wichtigsten Verkehrsinfrastrukturen.
Streckenverlauf der Rhodopenbahn (gelb gekennzeichnet).

Die Rhodopenbahn wurde in mehreren Etappen und oft mit längeren Unterbrüchen gebaut. Nach dem Baubeginn im Jahr 1921 dauerte es bis 1945, ehe der heutige Endpunkt bei Dobrinischte erreicht wurde. Befördert wurden Personen und Güter. 1999 wurde der Güterverkehr eingestellt.

Bei der Rhodopenbahn beträgt die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit der Schnellzüge 28 km/h und der Regionalzüge 25 km/h. Bei der eine ähnliche Topografie und ebenfalls eine Spurweite von 760 Millimeter aufweisenden Mariazeller Bahn in Österreich betragen die entsprechenden Werte 43 km/h beziehungsweise 37 km/h.

Angebot und Preise

Zurzeit werden vier durchgehende Züge zwischen Septemvri und Dobrinischte angeboten. Dazu kommen drei Züge, die nur Teilstrecken befahren. Einer der durchgehenden Züge ist als Schnellzug klassiert und führt einen Bistrowagen mit. Der Fahrplan gilt für alle Tage.

Fahrplan der Rhodopenbahn.

Die Kosten der Fahrausweise sind auch für die lokale Bevölkerung ausgesprochen tief. Der Preis einer Fahrkarte von Septemvri nach Dobrinischte beträgt in der Landeswährung BGN 6.60 in der zweiten und BGN 10.- in der ersten Klasse. Das entspricht etwa CHF 3.10 und CHF 4.80.

Das ergibt einen Preis von etwa 2.5 Rappen pro Kilometer. Bezogen auf den Medianlohn von Bulgarien von EUR 14’998.- pro Jahr ist der Kilometerpreis rund vier Mal günstiger als der Ticketpreis bei der Mariazeller Bahn (Medianlohn Österreich EUR 40’340.- pro Jahr, Tarifkilometer EUR -.22). Die Daten wurden Wikipedia entnommen.

Eindrücke

Trotz der vergleichsweise langen Fahrzeit werden die Züge rege benutzt, da sie für viele Ortschaften das einzige öffentliche Verkehrsmittel sind. Rollmaterial und Infrastruktur sind zwar sauber, aber in weiten Teilen überaltert. Der Fahrkomfort ist mässig. Auch die Prozesse sind überaltert. Ich konnte weder in Bansko noch in Dobrinischte Sicherungsanlagen entdecken. Der Personaleinsatz erscheint überdotiert. Auf weitere Details trete ich im anschliessenden Bericht der Reise von Bansko nach Dobrinischte und zurück ein.

Reisebericht

Bahnhof Bansko und Umgebung

Der Bahnhof von Bansko, einem bedeutenden Zentrum für den Winter- und Sommertourismus, präsentiert sich positiv. Beim Zugang vom Stadtzentrum ist eine belebte Strasse zu queren. Den Passanten steht eine grosszügige Unterführung zur Verfügung, die jedoch kaum benutzt wird. Eine grosse Fläche neben den beiden Durchfahrtsgeleisen lässt auf die frühere Bedeutung des 1999 eingestellten Güterverkehrs schliessen.

Unterführung auf dem Weg zum Bahnhof von Bansko.
Rückseite des Bahnhofs von Bansko.
Vorderseite des Bahnhofs von Bansko.
Bansko – Übergang über die Geleise.
Streckengleis im Bahnhof von Bansko.
Blick auf das frühere Gleisfeld des Bahnhofs von Bansko.
Ehemalige Drehscheibe im Bahnhof von Bansko.

Der Bahnhof verfügt über einen geräumigen Wartsaal, eine grosszügige WC-Anlage und ein Bistro. Fahrausweise können entweder an einem Automaten gelöst oder an einem in einer kleinen Kabine angeordneten Schalter gekauft werden. Da meine Kreditkarte am Automaten nicht akzeptiert wurde, löste ich meinen Fahrkarten am Schalter. Der Preis für eine einfache Fahrt betrug BGN 1.60.

Anzeigetafel im Wartsaal des Bahnhofs von Bansko.
Billettautomat im Bahnhof von Bansko.
Schalterkabine im Bahnhof von Bansko.
Fahrkarte für die Fahrt von Bansko nach Dobrinischte. Nach dem Ausdrucken hat die Mitarbeiterin am Schalter die Fahrkarte zusätzlich mit einem Stempel bedruckt.

Zugreise von Bansko nach Dobrinischte und zurück

Die Fahrten dauerten je etwa 12 Minuten. Beide Züge verkehrten absolut pünktlich. Die Haltezeiten in Bansko lagen bei drei Minuten.

Sowohl auf den Bahnhöfen von Bansko als auch Dobrinischte überwachte ein korrekt gekleideter und eine Mütze tragender Bahnhofvorstand die Ankunft des Zuges und erteilte den Abfahrtsbefehl.

Die Fahrt auf der schmalen Spur war ziemlich unruhig und laut. Die gepolsterten Sitze der vor wenigen Jahren renovierten Wagen waren sauber und bequem. Der Zug war mit zwei Zugbegleitern unterwegs, einer Frau und einem Mann. Auf der Rückfahrt stellte der Zugbegleiter einem Fahrgast einen Fahrausweis aus.

Wagenbeschriftung.
Blick in das Innere eines Wagens der 2. Klasse.
Übergang zwischen zwei Wagen.
Offene Kupplung. Die Wagen werden mit einem hier nicht sichtbaren Bolzen gekuppelt. Der Haken dient nur zur Sicherung.
Kupplung zwischen zwei Wagen.
Details der Bremse.
Stabilisator des Wagenkastens gegenüber dem Drehgestell.
Diesellokomotive.

Bahnhof Dobrinischte

Auch dieser Bahnhof hinterliess einen positiven Eindruck und verfügt über einen grosszügigen, aber etwas sonderbar möblierten Warteraum, sowie über zwei Toiletten, jedoch weder über einen Schalter noch über einen Billettautomaten.

Der knapp halbstündige Aufenthalt in Dobrinischte bot die Möglichkeit, die Anlage und das Rollmaterial zu besichtigen sowie das Rangiermanöver zu verfolgen. Sympathisch wirkte, dass ein eher einfacher und nicht zum Bahnpersonal gehörender Mann die Anschrifttafeln an den Wagen wendete und dafür von den Rangierenden mit zwei Büchsen mit Thon entschädigt wurde.

Aufgefallen ist mir, dass einer der beiden Rangierarbeiter den Kupplungsbolzen in das Mundstück der Kupplung der Lokomotive mit einem gewöhnlichen (Baum-) Ast einführte.

Rückseite des Bahnhofs von Dobrinischte.
Vorderseite des Bahnhofs von Dobrinischte.
Informationstafel im Bahnhof von Dobrinischte.
Zugang zum Wartsaal im Bahnhof von Dobrinischte.
Blick in den Wartsaal des Bahnhofs von Dobrinischte.
Abfalleimer im Bahnhof von Dobrinischte.
Dieser nicht mehr genutzte Brunnen im Bahnhof von Bansko träumt wohl von besseren Zeiten.

Kommentar

Als Tourist und Bahnliebhaber durchaus eine angenehme und sympathische Erfahrung. Ob diese Sicht auch von einem auf ein schnelles, leistungsfähiges und komfortables Verkehrsmittel angewiesenen Fahrgast geteilt wird, ist zumindest fraglich.

Quellenverweis: Die Karten und der Fahrplan wurden mit dem besten Dank der Website von «Tramtrain.de» entnommen. Die Fotos stammen vom Verfasser.