Wir haben auf unserer Website in den letzten Jahren in mehreren Beiträgen auf missliche Zustände in Bahnhöfen im Kanton Zürich hingewiesen. So zum Beispiel in Winterthur, in Zürich-Enge und in Zürich-Wollishofen. Erfreulicherweise wurden in diesen Bahnhöfen in jüngster Zeit sowohl in funktionaler als auch in ästhetischer Hinsicht teilweise substantielle Verbesserungen realisiert. Dennoch besteht in unterschiedlichem Ausmass und teilweise in Zusammenarbeit mit den Behörden der Stadt Zürich weiteres Verbesserungspotential.
Bilder sagen oft mehr als tausend Worte. Diesem Grundsatz entsprechen wir in diesen Bericht und verweisen auf die Kommentare bei den von uns gemachten Aufnahmen.
Winterthur
Die seit vielen Jahren bestehende und früher abweisende Unterführung wurde mit grossem Aufwand renoviert und präsentiert sich heute hervorragend.
Blick in die Unterführung in Richtung Neuwiesenquartier.Blick aus der Unterführung auf die Rampe zum Bahnsteig 2.Blick aus der Unterführung auf die Treppe zum Bahnsteig 2. Die Wände sind mit hochwertigen und gewellten Keramikplatten verkleidet. Zwischen dem Wandbelag und dem Boden wurde eine Nische angeordnet, was die Konstruktion leicht und elegant aussehen lässt.Blick aus der Unterführung auf den Aufgang zur Innenstadt. Rolltreppen für den stark frequentierten Aufgang fehlen weiterhin.Treppe aus der Unterführung auf die Rudolfstrasse.Ausführungsdetail in der Unterführung.Ausführungsdetail in der Unterführung.Ausführungsdetail auf dem Bahnsteig 2 beim Zugang zur Rampe.Zur Abrundung ein Bild aus der Bahnhofhalle (Lift zu den Obergeschossen und zum Parkdeck).Und noch ein Blick aus der Bahnhofhalle in das Reisebüro.Zum Vergleich ein Bild aus der früher kritisierten öden und abweisenden neuen Unterführung.Blick auf eine der beiden Überdeckungen der Treppen in die neue Unterführung. Schade für den Beton.Blick von oben auf die Überdeckung der Treppe in die Unterführung.Detail der Überdeckung. Eher unappetitlich!
Zürich-Enge
Der Bahnhof Zürich-Enge war bis dato kaum behindertengerecht. Dieser Mangel wurde in der vorderen Unterführung benutzerfreundlich und mit einem beträchtlichen Aufwand behoben. Aber auch hier besteht noch Optimierungspotential.
Blick in die repräsentative neue Rampe anstelle der früheren Treppe. Man beachte das feine Gitter am Geländer.Detailansicht aus der Rampe.Zugang aus der Unterführung zum grosszügig dimensionierten Lift.Blick auf den repräsentativen Liftschacht auf dem Hausperron.Leichte und gut begehbare neue Treppe vom Bahnsteig 2 zur Kantonsschule Enge. Eine Überdeckung wäre das berühmte Tüpflein auf dem möglicherweise noch berühmteren „I“ gewesen.Unverständlich, weshalb dieser Teil des Bodens auf dem Bahnsteig 2 nicht asphaltiert wurde.Zudem wurde versäumt, den Lift einen Stock tiefer auf das Niveau der Unterführung abzusenken. So können Personen mit Kinderwagen und Behinderte das Hausperron weiterhin nur mit einem grossen Umweg um das Bahnhofgebäude herum erreichen. Auch dokumentiert das Bild, wie schwierig der nicht asphaltierte Boden zu reinigen und zu unterhalten ist.
Zürich-Wollishofen
Endlich wurden die unerfreulichen Missstände beim Zugang zum Mittelperron im Bahnhof Zürich-Wollishofen behoben. Die Unterführung präsentiert sich heute im Vergleich zu früher bedeutend besser. Auch werden Schmierereien in der Regel innert 24 Stunden beseitigt. Ideal wären stärkere Leuchtmittel gewesen. Leider fehlen auch weiterhin Toiletten und Warteraum.
Blick in die Unterführung in Richtung Zürichsee.Treppenaufgang aus der Unterführung auf den Mittelperron. Man beachte die neuen Handläufe aus Chromstahl.Platzbedingt etwas enge Rampe aus der Unterführung auf den Mittelperron. Auch hier wurden repräsentative Handläufe aus Chromstahl montiert.Blick vom Mittelperron in die Rampe zur Unterführung.Ausführungsdetail aus der Unterführung.Auch auf dem Mittelperron wurde der Abschluss des Geländers sorgfältig ausgeführt.
Die nachfolgenden drei Bilder zeigen die Verhältnisse auf dem Vorplatz vor dem Bahnhof Zürich-Wollishofen. Zuständig für den Platz ist die Stadt Zürich. Die Bilder wurden am Vormittag ausserhalb der Stosszeiten angefertigt. Am Morgen und am Abend steigen hier pro Zug oft über hundert Personen um.
Es ist wohl ein Zeichen der Zeit. Die Stadt Zürich verlängert den nahe gelegenen Schiffssteg in Zürich-Wollishofen um 45 Meter in den See hinaus mit Kosten von rund CHF 5 Millionen, um die an einem freien Stand „wild“ Badenden beim Anlegen von Schiffen zu schützen. Ein enormer Aufwand für eine verhältnismässig geringe Anzahl von Menschen. Und hier beim Bahnhof Zürich-Wollishofen duldet die Stadt diese unhaltbaren Zustände für eine ungleich grössere, täglich und bei jedem Wetter zirkulierende, Gruppe von Fahrgästen. Und das in einer Stadt, die nicht müde wird, sich für ihren öffentlichen Verkehr zu loben!
Blick auf den Platz vor dem Bahnhof. Hinten – neben dem ehemaligen Güterschuppen – befindet sich die Haltestelle für die Stadtbusse nach Zürich-Leimbach. Der nicht überdachte Zugang auf der rechten Seite ist viel zu eng.Blick auf die viel zu kleine Abstellanlage für Fahrräder. Besonders im Sommer bestehen hier oft unhaltbare Zustände.Blick auf den Vorplatz mit dem Stadtbus (hinten) und dem Regionalbus nach Adliswil.
4 Gedanken zu „Lichtblicke in Zürcher Bahnhöfen“
Ja, Schweizer Bahnhöfe sind immer nüchtern und eher grau …
Nun, ich persönlich finde die hier gezeigte Unterführung in Winterthur gestalterisch äusserst gelungen.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass (insbesondere kleinere) Bahnhöfe in erster Linie sauber und nüchtern gehalten werden sollten, ohne dass riesige Geldsummen in die Gestaltung verlocht werden (wie u. a. bei einigen Privatbahnen).
Da sollte das Geld stattdessen für den Ausbau und die Erneuerung der Strecken und Bahnhöfe investiert werden.
Neben dem visuell-aesthetischen sollte auch der visuell-funktionale Aspekt bei der Gestaltung des Fussgängerbereichs von OeV-Anlagen besser berücksichtigt werden.
Bei Neubauten der jüngeren Vergangenheit war schliesslich Behindertengerechtigkeit ein wesentlicher Auslöser. Nur, Probleme der visuellen Behinderung sind dabei oft zu wenig berücksichtigt.
So sind z.B. im ganz neuen Bhf. Liestal die Zugsanzeigekasten über den Bahnsteigen derart spärlich und ungünstig plaziert, dass sie auch ohne Sehbehinderung oft nicht ablesbar sind.
Ja, Schweizer Bahnhöfe sind immer nüchtern und eher grau …
Nun, ich persönlich finde die hier gezeigte Unterführung in Winterthur gestalterisch äusserst gelungen.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass (insbesondere kleinere) Bahnhöfe in erster Linie sauber und nüchtern gehalten werden sollten, ohne dass riesige Geldsummen in die Gestaltung verlocht werden (wie u. a. bei einigen Privatbahnen).
Da sollte das Geld stattdessen für den Ausbau und die Erneuerung der Strecken und Bahnhöfe investiert werden.
Besten Dank für Ihre Dokumentation! Es ist sehr erfreulich, dass sich die Zustände in den Bahnhöfen des Kantons Zürich merklich verbessert haben.
Lediglich die Abstellanlage für Velos in Wollishofen sowie in einigen anderen Bahnhöfen sind etwas, was dringend verbessert werden sollte.
Neben dem visuell-aesthetischen sollte auch der visuell-funktionale Aspekt bei der Gestaltung des Fussgängerbereichs von OeV-Anlagen besser berücksichtigt werden.
Bei Neubauten der jüngeren Vergangenheit war schliesslich Behindertengerechtigkeit ein wesentlicher Auslöser. Nur, Probleme der visuellen Behinderung sind dabei oft zu wenig berücksichtigt.
So sind z.B. im ganz neuen Bhf. Liestal die Zugsanzeigekasten über den Bahnsteigen derart spärlich und ungünstig plaziert, dass sie auch ohne Sehbehinderung oft nicht ablesbar sind.