Licht und Schatten / Schaan vs. Sargans

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In den letzten Monaten musste ich ein einige Male in Schaan und/oder in Sargans umsteigen. Dabei sind mir verschiedene Gegebenheiten aufgefallen. Diese waren Anlass, sowohl den Busbahnhof von Schaan als auch den Busbahnhof von Sargans näher zu besichtigen.

Auszug aus der Landeskarte der Schweiz

Die beiden Ortschaften liegen nur wenige Kilometer auseinander. Dennoch trennen die beiden Ortschaften bezüglich ihren Busbahnhöfen Welten – die Unterschiede könnten nicht grösser sein. Neben verkehrlichen stellen sich aber auch städtebauliche Fragen.

Mehr darüber und ein kurzer Kommentar in diesem Bericht.

Busbahnhof Schaan

Der Busbahnhof im liechtensteinischen Schaan liegt unmittelbar neben dem gepflegten Bahnhof Schaan-Vaduz der ÖBB. Der Busbahnhof wird von mehreren Buslinien bedient. Unter dem Busbahnhof befindet sich ein grosszügiges öffentliches Parkhaus, das sowohl den Busbahnhof als auch den Bahnhof Schaan-Vaduz der ÖBB bestens erschliesst.

Dazu ein paar Bilder mit Kommentar:

Blick auf den Busbahnhof von Schaan Richtung Nordwesten.
Blick in Richtung Nordosten.
Blick in den Innenraum. Man beachte die Farbe und die Ausstattung (Tartan) des Bodenbelags.
Blick auf die Wartehalle.
Zugang zur Wartehalle.
Innenraum der Wartehalle.
Servicezone mit Toiletten.
Abgang zur Tiefgarage.
Ausgang in die Tiefgarage.
Blick zurück zum Abgang in die Tiefgarage.
Eindruck aus der Tiefgarage.
Velounterstand neben dem Busbahnhof.

Busbahnhof Sargans

In Sargans befindet sich zwischen dem Bahnhof der SBB und einem grossen Geschäftshaus – unter anderem mit einer Gaststätte – ein Busbahnhof. Im Sommer und bei gutem Wetter bietet der Aufenthalt auf dem öffentlichen Platz Ruhe und Entspannung. Auf dem Gelände des Bahnhofs und des Busbahnhofs befinden sich nur wenige öffentliche Parkplätze. Die Pflege des Platzes und der wenig Schutz bietenden Wartehalle ist höchst unzureichend und entspricht auf keinen Fall mitteleuropäischen Verhältnissen.

Ein Bahnhof ist das Eingangstor zu einer Ortschaft und auch deren Visitenkarte. In Österreich legt man ungleich mehr Wert auf gefällige und funktional überzeugede Anlagen.

Dazu ein paar kommentierte Bilder:

Blick in die Wartehalle am 11. November 2021 um 20.00 Uhr. Der Boden war mit Erbrochenem verschmutzt.
Wartehalle am 13. November 2021 um 12.00 Uhr. Der Boden war immer noch schmutzig.
Wartehalle am 15. November 2021.
Wartehalle am 15. November 2021.
Sitzbank am 15. November 2021. Wer möchte sich auf diese schmutzige Fehlkonstruktion setzen?
Blick auf die schmucklose und wenig kundenfreundliche Anlage am 15. November 2021. Ob die Planer oder die Behörden von Sargans die Gegebenheiten von Schaan kennen?

Kommentar

Die Unterschiede zwischen Schaan und Sargans sind riesig. In Schaan in Sichtweite der Schweizer Grenze eine gepflegte und attraktive Anlage mit geschütztem Warteraum, hell beleuchtet und mit hygienischen Toiletten. Darunter ein Parkhaus, welches von einem sorgfältigen Umgang mit der kostbaren Ressource Boden zeugt. In jeder Hinsicht vorbildlich. Architektur vom Feinsten. Fahrgäste können trockenen Fusses umsteigen. Das Schutzdach deckt überdeckt auch die Perronkante,

In Sargans praktisch das absolute Gegenteil. Eine vernachlässigte und bei Regen und Kälte keinen Schutz bietende Wartehalle, in die sich kein Fahrgast gerne begibt. Schutzdächer fehlen – die ein- und aussteigenden Fahrgäste stehen regelmässig im Regen. Die Beleuchtung in der Dunkelheit ist ungenügend. Eine überdachte Verbindung zum Bahnhofsgebäude fehlt.

Der Raum unter der ganzen Anlage bleibt in geradezu verschwenderischer Art ungenutzt – dies im Gegensatz zu Schaan und – wie kürzlich in diesem Forum berichtet – auch in Feldkirch. Die Frage, ob die Behörden von Sargans überhaupt wissen, wie man zeitgemässe Publikumsanlagen baut, erübrigt sich. Für uns fällt die Gestaltung der Anlage in Sargans in die Kategorie „Sauglattismus“. Und zudem – die Verhältnisse in der Wartehalle sind entsprechend. Zudem stehen in Sargans viel zu wenig Kurzeitparkplätze zur Verfügung, was in den Hauptverkehrszeiten regelmässig zu chaotischen Zuständen führt.

Dabei sind die Fahrgastzahlen in Sargans weitaus höher als in Schaan. Am Bahnhof Sargans halten täglich über 200 Züge und 200 Busse.

Und zum Abschluss eine Aufnahme vom perfekten Bahnhof von Bruck an der Mur sowie zwei mit dem Smartphone bei Nacht aufgenommene Bilder vom Busbahnhof von Schaan. Da bleibt nur Bewunderung – und ein bisschen Neid.

Bushaltestelle vor dem Bahnhofsgebäude von Bruck an der Mur – der in unserem Bericht vom 28. Dezember 2015 als „Kronjuwel“ bezeichneten Anlage,
Busbahnhof von Schaan bei Nacht. Da steigen Frauen und Mädchen selbst bei Nacht sicher um.
Lichtspiel bei einem Fahrplanaushang an einer Säule im Busbahnhof von Schaan.

6 Gedanken zu „Licht und Schatten / Schaan vs. Sargans

  1. Absolut einverstanden mit der Beurteilung dieser beiden Bushöfe. Es ist jedoch zu beachten, dass in Schaan vor allem ein unterirdisches Parkhaus für Autos erstellt wurde. Zufällig ist oben drauf noch ein Bushof. Man sieht halt wieder einmal mehr, dass die Planer des Privatverkehrs peinlichst darauf schauen, dass die Zugänge und und das Parkhaus selber vom Feinsten sind. Man schaut eben, dass sich der Autofahrer auch ausserhalb des Autos willkommen fühlt.
    Ganz anders beim öV: da ist der Fahrgast nur eine (geduldete) Belästigung. Der öV-Fahrgast soll eigentlich durch die lieblosen Bauten vom öV abgehalten werden. Der öV als Armeleute-Verkehrsmittel.
    Ich gehe mit Ernst völlig einig, dass der Bushof Sargans eine totale Fehlplanung ist. Schuld daran sind die Auftraggeber. Die hatten eben auch keine Ahnung von öV – und von angenehmen Aufenthaltsorten. Sie fahren selber ja gar nicht mit dem öV oder haben das Auge irgendwo, nur nicht beim Fahrgast.
    Wenn die Flughäfen so lieblos gebaut würden …?

    • Lieber Paul

      Vielen Dank für Deinen Kommentar und für Dein Interesse an unserer Website.

      Deine Feststellungen treffen vorab für die Bahnhöfe der SBB zu. Allerdings meine ich, gewisse Fortschritte zu beobachten. So unter anderem bei den Wartehallen in Thalwil oder Landquart.

      Zudem – ich denke etwa an die RhB, SOB oder TPF – sind die Gegebenheiten bei den sogenannten „Privatbahnen“ ungleich besser. Ich denke etwa an Bulle, Châtel-St-Denis oder Küblis.

      Nochmals vielen Dank und weiterhin viel Freude an unserer Website.

      Freundliche Grüsse

      Ernst Rota

  2. Sehr geehrter Herr Rota. Sehr geehrter Herr applaudierender Herr Stopper.
    Besten Dank für die ausführliche Prüfung und Schilderung der sogenannten Gegebenheiten auf dem Bushof von Sargans. Ich bin in Sargans aufgewachsen und heute Gemeinderat. Ich kann mich noch erinnern, wie der Ort lange Zeit tatsächlich nichts schönes war; ein simpler Kiesplatz, auf dem sich Pfüzen sammelten. 2011 wurde der Bahnhofplatz/Bushof eröffnet. Wer zahlte das? Die kleine Gemeinde Sargans investierte einige Millionen, die Region und mitprofitierenden Nachbargemeinden steuerten ebenfalls ein paar Hunderttausend bei, nie im Verhältnis ihres Nutzens natürlich. Liebe Herren Rota und Stopper, die sie ja Kenner und Versteher der Anlagen für den öV sind: es würde mich einmal interessieren, wie sie beide das derzeit gültige Abgeltungssystem der öV-Lasten im Kanton St.Gallen kommentieren? Finden Sie es fair, dass den Standortgemeinden eine Hauptlast aufgebürdet wird, während die rundum mitprofitierenden Gemeinden keine Lastensolidarität zeigen müssen, aber 100 % von den Vorteilen profitieren? Das wäre mal eine interessante Diskusion, wir wären um ihren rüstigen Sukkurs froh. Aber zurück zur Schilderung der „Gegebenheiten“. Ob jemandem der Bushof gefällt oder nicht ist Geschmackssache, die Meinungen der Herren Rota und Stopper sind subjektiv und in ihrem Absolutismus etwas inquisitorisch. Es ist eine Tatsache, dass Bahnhofgelände manchmal von Randständigen aufgesucht werden, die Mühe mit der Hygiene haben. Vergleichen Sie die Fotos nochmals, auch in Schaan ist der Boden nicht immer blitzblank. Tatsache ist, dass der Bushof Sargans regelmässig gereinigt und gepflegt wird und dass der Himmelundhölle-Vergleich kräftig hinkt. Googeln sie ansonsten mal, was für gesellschaftliche Probleme sich auch schon dann und wann rund um den Bushof in Schaan manifestierten… Dann: Eine Holzbank auf die es regnet, setzt sich nie jemand. Das sieht immer ein bisschen blöd aus. Der Leserschaft wird empfohlen mal das Foto auf diesem Link (kopieren) zu betrachten:
    https://sargans-tourismus.ch/de/#&gid=1&p
    Auf der Website http://www.sargans.ch finden Sie Fotos der Platzkonzerte. Kucken Sie mal wie das lebt. Wirklich sooooo hässlich? Für mich eigentlich schöner als das von Ihnen als Kronjuwel bezeichnete Bruck an der Mur (siehe Foto oben). Wo ist denn dort der Schmuck zu finden? Ab Juni 2021 wurden auf dem Bushof regelmässig Platzkonzerte durchgeführt, mit Alphornformationen, Dudelsackgruppen, Brassbands, der Musikgesellschaft. Sargans entdeckte seinen Bahnhofplatz neu. Denn es stimmt, da ist einiges Potenzial vorhanden. Sie schreiben dann noch von zuwenig Tagesparkplätzen. Sie als Fachmänner wissen aber schon, wer diese bereitstellt? Ein Tipp: nicht die Gemeinde. Und waren Sie schonmal auf dem Parkplatz Höhe Ospelt? Der Abholverkehr im Nadelöhr Bahnhofplatz ist das grösste Problem überhaupt, was Sie als Fachmänner offenbar übersahen. Hier wird die Gemeinde ziemlich alleine gelassen. Und wissen Sie auch noch, dass es auch in Sargans ein Parkhaus am Bushof gibt?…Alles in allem: Es gäbe viel zu diskutieren rund um den Bahnhof und seine Vor- und Nachteile. Mit den Schlagworten die Sie Herren Rota und Stopper (Fehlplanung. Keine Ahnung) um sich werfen, nützen Sie der Sache auf jeden Fall wenig. Und: Sie haben nicht recht. Herzlich willkommen an einem Bahnhofplatzkonzert im kommenden Frühling, Roland Wermelinger, Sargans

    • Sehr geehrter Herr Wermelinger

      Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Website und für Ihren Kommentar. Darf ich dazu folgendes anmerken?

      1. Ob jemand recht hat oder nicht, hängt immer vom Standpunkt des Beurteilenden ab. Da bestehen zwischen Ihnen und uns offensichtlich erhebliche Unterschiede.

      2. Sargans nimmt aufgrund seiner Lage, seiner Geschichte und seinem Anspruch wichtige Funktionen als regionales Zentrum wahr. Das ist mit Kosten verbunden, kann aber – richtig genutzt – der Gemeinde auch bedeutende Vorteile bieten – unter anderem durch Steuersubstrat von Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben.

      3. Sie beklagen die unbefriedigende Abgeltungssystem von Sargans im öffentlichen Verkehr. Ich kann das in Anbetracht Ihrer exzellenten Erschliessung mit dem Regional- und dem Fernverkehr nicht nachvollziehen. Vergleichen Sie Ihre Erschliessung beispielsweise mit der Stadt Burgdorf.

      4. Immerhin haben sich die umliegenden Gemeinden mit grösseren Beiträgen an Ihren Infrastrukturbauten beteiligt. Möglicherweise wäre deren Beitrag bei einem wirklich überzeugenden und visionären Ausbau des Bahnhofraums noch höher gewesen.

      5. Sie heben den Nutzen des Bahnhofplatzes für doch eher seltene Konzerte hervor und vernachlässigen die Interessen der zahlreichen Fahrgäste an 365 Tagen pro Jahr. Ich finde diese Auffassung bedenklich.

      6. Ich halte mich häufig in Sargans auf oder steige dort um. In den meisten Fällen habe ich die Wartehalle verwahrlost angetroffen. Manchmal war der ganze Fussboden überflutet.

      7. Ich habe Ihnen den Link zu einem Beitrag über Bruck an der Mur gesandt. Als weitere beispielhafte Referenzobjekte möchte ich beispielsweise Laufen BL, Feldkirch, Pfäffikon SZ, Mendrisio oder Bellinzona nennen. So bauen weitsichtige und verantwortungsbewusste Standorte menschengerechte Verkehrsinfrastrukturen.

      8. Und abschliessend überlasse ich es Ihnen, Ihren Kommentar auf polemische Aspekte oder Unausgewogenheiten zu überprüfen.

      Ich danke Ihnen nochmals für Ihren Kommentar und wünsche Ihnen weiterhin viel Freude an unserer Website.

      Freundliche Grüsse

      Ernst Rota

      P.S.: Ich kenne früheren Zustand des Bahnhofareals in Sargans relativ gut. Imerhin bot er Raum für Märkte, Zirkusvorführungen oder Volksfeste.

      • Besten Dank Herr Rota für die weiteren Antworten auf meine Ausführungen. Gerne nehme ich kurz Stellung zu Ihren Punkten.

        1. Die Feststellung trifft zu.
        2. Die Feststellung trifft zu.
        3. Vergleiche mit Burgdorf stellen wir nicht an, da weit weg und vor allem anderer Kanton und anderes Abgeltungssystem. Als guter Kenner der öv-Szene wissen Sie um die grossen kantonalen und regionalen Unterschiede der Abgeltungssysteme. Mich hätte Ihre Einschätzung zum St.Galler System ehrlich interessiert, Sie gehen leider nicht darauf ein. Die immensen Vorteile des Bahn und Bushofs Sargans – das kann ich Ihnen versichern – sind komplett unbestritten und überwiegen sämtliche Nachteile bei weitem. Es geht aber um etwas ganz anderes, nämlich um regionale Solidarität unter Gemeinden die alle zusammen im gleichen Umfang von den Vorteilen profitieren, nicht aber die Nachteile gemeinsam tragen müssen.
        4. Ich kenne die Umstände nicht, unter denen die Planer 2011 geplant haben. Ich kenne aber den Verteilschlüssel der zur Anwendung kam und gehe davon aus: sie nicht. Anders kann ich mir Ihre spekulierte Mutmassung nicht erklären.
        5. Das ist eine haltlose und böse Unterstellung.
        6. Das ist leider immer wieder der Fall. In Schaan kann man dafür Zmittag ab dem Boden essen, so sauber wie der dort ist..
        7. Es planen überall Menschen, die Planerschaft von 2011 in Sargans ist mir nicht im Detail bekannt. Jedoch finde ich es bedenklich, wie Sie apodiktisch ganze Ortschaften nach Ihrem Geschmack und aufgrund von Bahnhofplanungen in gut und böse, verantwortungsvoll und verantwortungslos einteilen.
        8. Ich reagiere meist polemisch auf Polemiken.
        PS. Den Zirkus vermisse ich auch. Jedoch entfernte er sich nicht aufgrund des neuen Bushofs, sondern weil er schon zuvor zuwenig Platz hatte. Das sind die Fakten. Die Chilbi macht inzwischen wieder Halt in Sargans, auf einem anderen Platz. Und die aktuellen Veranstaltungen auf dem Bahnhofplatz kennen Sie ja nicht.

        Alles in allem: Wie in allen Bahnhöfen der Welt, fällt auch in Sargans manchmal Licht drauf und manchmal Schatten. Das bestimmt die Tageszeit. In diesem Sinne, stets herzlich willkommen in Sargans und danke für den konstruktiv-kritischen Einsatz für die Sache des öffentlichen Verkehrs. Herzlich, r. wermelinger

        • Sehr geehrter Herr Wermelinger

          Vielen Dank für Ihre Duplik. Darf mich nach einem scherzhaften Hinweis – in Sargans fällt den Fahrgästen der Busse neben Licht und Schatten bis auf weiteres Regen auf den Kopf – auf den Punkt 4 beschränken?

          Der öffentliche Verkehr ist wie die Brief- und Paketpost ein „Service public“. Bei der Post käme niemand auf den Gedanken, die Ausgestaltung den Kantonen zu überlassen. Beim Regionalverkehr ist dies jedoch der Fall. De facto handelt es sich um eine gemischtwirtschaftliche Leistung, indem Bund und Kantone die Kosten des Regionalverkehrs gemeinsam tragen. Das ist wenig effizient und führt zu einer Reihe von Problemen, von denen ich kurz und etwas salopp auf ein paar eintrete:

          1. Das Gemengelage zwischen Verkehrsverbünden, dem Bund und den Kantonen erzeugt einen teuren administrativen Moloch, der kaum mehr zu händeln ist.

          2. Im Gegensatz zur Eisenbahn als teurem Träger des öffentlichen Verkehrs – hier gibt es tatsächlich ein weitgehend systematisches und schweizweit normiertes Angebot – ist dies bei der günstigeren Erschliessung mit Bussen in einem hohen Masse nicht der Fall. Vergleichen Sie beispielsweise die Angebote ins Weisstannental, ins Valle Muggio, nach Carena oder nach Seewis im Prättigau. Da bestehen gewaltige Unterschiede.

          3. Im öffentlichen Verkehr treffen verschiedene und sich teilweise überlagernde Interesse aufeinander. Ich denke an die Transportunternehmen, die Politik, die Administration, die Bauindustrie, die Fahrzeugindustrie und – ganz bewusst am Schluss – die Steuerzahler und die Fahrgäste. Die EVU geniessen eine prioritäre Stellung. EVU sind, und das soll auch so sein, leistungs-, umsatz- und gewinnorientierte Unternehmen. Was unschön ist, dass sie ihren Umsatz mit nach aussen intelligent erscheinenden und fast heiligen Konzepten absichern und zu mehren versuchen. Dazu zählen der strenge Taktfahrplan, die Vermeidung des Umsteigens und die strikte Trennung von Fern- und Regionalverkehr. Dabei verletzen die EVU diese Prinzipien bezüglich Takt und Umsteigen nach freiem Ermessen. Und das strikte Festhalten an der Trennung der Verkehrsarten führt zu sinnlosen Überangeboten wie beispielsweise zwischen Sitten und Brig, zwischen Sargangs und Chur oder zwischen Zürich und Sargans bzw. Österreich. Ein weiteres Ärgernis sind die ausserhalb der Hauptverkehrszeiten zwischen Zürich und Schaffhausen/Singen meist dünn besetzt verkehrenden IC, die in Bülach nicht anhalten. Eine sinnlose Praxis.

          4. Der Filz der Systeme äussert sich schliesslich auch im Wirrwarr bei den Tarifen. Sowohl Dr. Peter Füglistaler, BAV, als auch Vincent Ducroz, SBB, haben das Tarifsystem in öffentlichen Veranstaltungen als hoch ineffizient bezeichnet und Verbesserungen gefordert. Ihr Wort in Gottes Ohr, aber ohne tiefgreifende strukturelle Änderungen des Systems ist das nicht möglich.

          Dies in Kürze ein paar Gedanken. Ich danke Ihnen nochmals für Ihre Kommentare und wünsche Ihnen weiterhin viel Freude an unserer Website.

          Freundliche Grüsse

          Ernst Rota

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