Postautos versus Hochseeschiffe

Vorbemerkungen

Wohlverstanden – dies ist kein Plädoyer für einen Freispruch für die Zuständigen bei der Postauto Schweiz AG für die überhöhten Fakturen an die Bezüger der Leistungen. Aber es ist ein Appell für ein gesundes Augenmass.

Fakten

Auf der einen Seite steht die Postauto Schweiz AG als innovatives und kundenfreundliches Unternehmen mit 2’242 Fahrzeugen, 4’098 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von CHF 790’000’000.- (Kenngrössen 2016). Die Führung eines so grossen Unternehmens stellt hohe Anforderungen an das Management. Das Unternehmen ist erheblichen Risiken ausgesetzt und möchte den rund 4’100 Mitarbeitenden ein attraktiver Arbeitgeber sein. Das ist letztlich eine wichtige Voraussetzung für die Mitarbeiterzufriedenheit und dies wiederum ist von grosser Bedeutung für die Servicequalität. Und nun hat die Führung während zehn Jahren überhöhte Rechnungen von rund einem Prozent des jährlichen Umsatzes gestellt. Kann man es dem Management wirklich verargen, etwas Fettpölsterchen angesetzt oder stille Reserven gebildet zu haben?

Auf der anderen Seite steht die unappetitliche Affäre bei der Schweizer Hochseeschifffahrt – nicht zu sprechen von der auf den Bund zukommenden Belastung durch Bürgschaften. Natürlich gilt die Unschuldsvermutung für alle Beteiligten, aber man vergleiche die beiden Vorfälle.

Wir sind sehr gespannt, ob sich die Wogen um die Schweizer Hochseeflotte auch zu einem derartigen Sturm ausweiten werden, wie bei der Affäre um die Postauto Schweiz AG. Uns weit aus dem Fenster hinauslehnend, wagen wir die Prognose: Kaum! Die Gründe liegen auf der Hand.

Der Beitrag aus der Ausgabe der Aargauer Zeitung vom 9.März 2018 steht über diesen Link zur Verfügung: AZ Artikel

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